Weil wir Freunde sind

 

„Weil wir Freunde sind“, so lautet der Titel eines volkstümlichen Schlagers, der zum festen Repertoire unseres Schachtchores gehört. Mehr noch: dieser Titel ist das Mottolied unseres Ensembles geworden. In dieser Rubrik wollen wir hier über Menschen berichten, die zu verschiedenen Zeiten und auf je eigene Weise zu Freunden des Bergwerks Sophia-Jacoba oder des Fördervereins Schacht 3 geworden sind.

 

 

HOFKAPEL NOOIT GEDAGT


Zugegeben, die Hofkapel Nooit Gedagt hat nichts mit dem Bergbau zu tun. Die Musiker dieser Kapelle stammen aus dem kleinen Ort Woudrichem in der niederländischen Provinz Nord-Brabant, und da ist wirklich weit und breit kein Förderturm zu sehen.

 

Dafür gibt es dort aber Windmühlen, und nach einer historischen Windmühle in Woudrichem hat sich auch Nooit Gedagt benannt. Aber diese Kapelle ist uns so ans Herz gewachsen, daß wir sie gerne für unsere Schacht 3 – Tradition reklamieren. Als sie vor Jahren zum ersten Mal bei unserem Schacht- und Musikfest auftraten, da war es Liebe auf den ersten Blick zwischen den rundum sympathischen Musikern von Nooit Gedagt und unserem Verein. Mancher Auftritt ist seither gefolgt, und stets gibt es ein großes Hallo, wenn die Musiker in ihren blauen Mützen mit den charakteristischen, leuchtend roten Bommeln bei uns auftauchen.

 

Die Niederlande sind ein Land mit einer großen Blasmusiktradition, selbst kleine Orte verfügen mitunter über mehrere „Fanfaren“, also reine Blechblasorchester, und „Harmonien“, also Orchester, bei denen zusätzlich noch Holzbläser erklingen. Bekannt sind diese Orchester auch für ihre hervorragend ausgebildeten Dirigenten und Kapellmeister. Es ist kein Zufall, daß gerade hier unweit der niederländischen Grenze viele deutsche Blasorchester unter dem Dirigat niederländischer Orchesterleiter stehen.

 

Die Hofkapel Nooit Gedagt hingegen verkörpert eine dritte Spielkultur. Denn neben den Harmonien und Fanfaren existieren dort noch sogenannte „Dweilorkester“, die es in Deutschland nicht gibt und die vielleicht noch am ehesten mit der im Alemannischen beheimateten „Guggemusik“ zu vergleichen sind. In den Niederlanden sind sie hingegen unglaublich populär. Dort spielen schätzungsweise 1500 bis 2000 solcher Kapellen, und ihre Hochburg (mit über 800 Kapellen) ist – wenn man einmal Nooit Gedagt gehört hat, kann man es sich schon denken – die Provinz Nord-Brabant!

 

Wo immer Dweilorkester wie Nooit Gedagt auftauchen, sammeln sich sofort begeisterte Zuschauer um sie; die Kapellen spielen auf den Plätzen, flanieren durch die Gassen, natürlich auch von „kroeg“ zu „kroeg“ und ziehen die Zuhörer mit sich.   

 

In unserer Nachbarprovinz Limburg bezeichnet man Dweilorkester auch als „Zaate Hermenie“ (wörtlich „betrunkene Musikkapelle“) oder als „Juxkapelle“, wobei man ihnen damit schon fast Unrecht tut, denn so scheinbar „schräg“ und „durcheinander“ zu spielen ist nicht nur an sich schon eine Kunst, sondern erfordert auch großes spielerisches Können, und auch das Bierchen gibt es erst nach dem Auftritt. Fast alle Musiker von Nooit Gedagt z.B. haben eine gediegene Ausbildung in den örtlichen Fanfaren und Harmonien, im Jazzbereich, ja selbst in einem klassischen Orchester erhalten.

 

Und so wundert es nicht, daß die 15 Musiker von Nooit Gedagt in einer ganz eigenen Liga spielen: hohes musikalisches, auch solistisches Niveau, fröhliche Showelemente und eine (allerdings nur scheinbar!) anarchische Spielweise sorgen dafür, daß die gute Laune der Musiker sich augenblicklich auf die Zuhörer überträgt. Und das Repertoire? Ob Klassik, Schlager, Volkslieder, Stimmungshits, Märsche, Jazz, Polkas oder Walzer – alles, was Spaß macht. Aber sie sind sich auch nicht zu schade für etwas, was man im Niederländischen so wunderbar als „smartlappen“ bezeichnet! Das Ganze wird von Nooit Gedagt völlig respektlos zusammengefügt … und dann mit viel Liebe gespielt!

 

Einen guten Eindruck von all dem vermittelt ihre CD „Op eigen Wijs“, auf der sie auch „Glückauf der Steiger kommt“ spielen, was wir gerne auch als Hommage an Schacht 3 verstehen.

 

Nooit Gedagt spielen seit 1974, und augenzwinkernd bemerken sie schon mal, daß sie seitdem jedes Jahr auf Abschiedstournee seien, aber dann doch immer wieder „aufgrund des großen Erfolgs verlängern“. Von uns aus kann diese Abschiedstournee noch lange so weitergehen, und wir würden uns freuen, wenn noch die eine oder andere Visite in Hückelhoven mit dabei wäre.

 

Nooit Gedagt – altijd welkom op Schacht 3!

           http://www.hknooitgedagt.nl/

 

(Wird fortgesetzt.

Demnächst: „Freunde in der Not – Geistliche im Kampf um Sophia-Jacoba“

Erster Teil: „Ich war Arbeiter, und du hast mich nicht verstanden…“

Bischof Klaus Hemmerle von Aachen)


Ausflüge und Jahresabschlüsse


Ausflug Bodensee vom 18. bis 21.09.2015



Ausflug Elsass/Straßburg vom 16. bis 19.09.2016



Jahresabschluss an der Mosel 2014

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